Vorschau: Gladbach gegen Bremen – viele Tore am Horizont

Meine Empfehlung für den Sonntag: Wer ein torreiches Spiel sehen will, sollte Bremen gegen Gladbach einschalten.

Die Voraussetzungen sind so parallel wie zwei Streifenauf der Autobahn. Sowohl Bremen wie auch Gladbach spielten bisher mit einer Doppelesechs, von der jeweils ein Spieler (Borowski, Marx) eher offensiv orientiert war. Beide spielen mit zwei sehr offensiven Außen-Mittelfeldspielern, von denen jeweils einer dribbelstark ist (Marin, Matmour) und einer für die Spielgestaltung zuständig und torgefährlich ist (Özil, Arango). Beide Mannschaften haben einen breiten Sturm ohne wirklich gesetzte Spieler (vor Pizarros Rückkehr) und beide haben echte Probleme in der Abwehr.

Der Unterschied: Gladbach steht in der Grundausrichtung extrem tief. Bremen hingegen sucht traditionell die Offensive.

Bremen agiert natürlich personell auf einem höherem Niveau. Es ist also wahrscheinlich, dass Michael Frontzeck von seinem bisherigen Konzept abrückt und die beiden bisher überragenden Flügelflitzer opfert zugunsten eines dichten defensiven Mittelfelds, in persona Meeuwis, Marx und Bradley. Aber nur, wenn er den Schwanz einzieht. Liefe er mit der offenen Hose rum, würde er nichts ändern und einfach mal auf die Schwäche der Bremer Außenverteidigung hoffen und vor allem über die rechte Seite Druck machen.

Ich fände letztgenannte Alternative deutlich attraktiver. Gladbach hat nichts zu verlieren, hat jetzt schon die einkalkulierten Punkte aus den ersten drei Spielen geholt, und sollte Bremen mit offenem Visier entgegentreten.

Das würde wirklich ein großer Spaß. Und das habe ich lange nicht mehr erwartet, dass Gladbach nicht wie das Reh vor der Flinte steht, sondern befreit aufspielen könnte. Morgen ist – unabhängig vom Ergebnis – eine Marke, wie man den Rest der Saison auftreten will.