Schon wieder: Gladbach spielt schönen Fußball

Zwei Spieltage und den besten Saisonstart seit 14 Jahren später: Was ist der Unterschied zur letzten Saison? Warum hält der WDR Gladbach plötzlich für eine der Attraktionen der Liga?

Zunächst sicher einmal, weil Gladbach sich viele Torchancen herausspielt, aber mindestens ebenso viele zulässt. Logische Folge sind für die Zuschauer spektakuläre Spiele.

Im Vergleich zur Vorsaison steht die Mannschaft sehr viel tiefer, lauert erst zehn Meter hinter der Mittellinie. Das Ergebnis: Der Gegner bringt die eher langsamen Vertreter der Defensive nicht mehr mit einem einfachen Steilpass in Bedrängnis. Das macht Sinn und war vor allem gegen Berlin erfolgreich.

Sehr gut klappt das Konterspiel. Gladbach hat mit Matmour, Arango und Bobadilla (bisher) ausgezeichnete Stoßspieler, die viele lange Bälle runterpflücken und Richtung Tor tragen. Entwickeln Matmour und Bobadilla jetzt auch noch Torgefahr, Frontzeck würde über eine echte taktische Waffe verfügen.

Wer jetzt fragt: Wäre es dann nicht eine großartige Idee, den Gegner in einer 35-Meter-Zone vor dem eigenen Tor durch hautenges Spiel unter Druck zu setzen und so viele Fehler zu provozieren?, hat absolut Recht. Das passiert bisher leider so gut wie gar nicht. Im Gegenteil. Die beiden 6er Marx und Meeuwis ließen Kacar, Nicu und Cicero unbedrängt aus der Distanz abziehen und aus dem Halbfeld flanken. Marx war extrem fleißig, viel – vielleicht zu viel – nach vorne unterwegs, so dass ihm im Stellungsspiel oft entscheidende Meter fehlten. Die beiden äußeren Mittelfeldspieler sehen die Defensivarbeit eher als Kür denn als Pflicht an. So taten sich die Lücken auf. Unsere Bewertung.

Der große Verlierer des Wochenendes auf Gladbacher Seite war zweifellos Christopher Heimeroth. Unter der Woche kam von ihm noch eine Kampfansage per Sport Bild Richtung Logan Bailly. Im Spiel unterlaufen ihm zwei desaströse Fehler, die sogar seine Eignung als Ersatzkeeper infrage stellen. Jetzt zu unseren Erfahrungen gelangen.