Das kürzeste Fußball-High der Welt

Unentschieden, bitterer als Niederlagen. Sowas können nur ganz wenige Mannschaften fabrizieren. Gladbach gehört selbstverständlich dazu. Wir Fans sind zum Glück abgehärtet. Das was gestern passiert ist, ist Normalzustand. Wäre es so weiter gelaufen wie in der ersten Halbzeit, dann hätten wir unser Weltbild neu ordnen müssen.

Der Spielverlauf hat das bestätigt, was bereits vorher klar war. In der Offensive ist die Borussia durchaus gut besetzt. Solange der Gegner sich nicht wehrt, hält sie den Ball aus der eigenen Hälfte heraus.

Aber wehe, da macht jemand Druck. Dann fliegt die Abwehr auseinander, das defensive Mittelfeld verliert den Überblick und Lücken tun sich auf, so groß, man könnte mit einem Laster durch fahren. Dass das Team nicht nur auf einer Abwehrposition ein Tempo-Defizit hat ist ebenfalls nichts Neues.

Gestört hat mich lediglich Michael Frontzeck und seine Schönfärberei, der kollektive Daueraussetzer nach der Halbzeit sei lediglich eine unglückliche Fügung gewesen. Das war hoffentlich nur eine Außendarstellung. Denn wenn ein Mimoun Azouagh drei Mal hintereinander völlig freistehend kurz vor dem 16er den Ball bekommt, dann befindet sich irgendjemand im Tiefschlaf.

Nehmen wir doch einfach das Positive mit: Die Neuzugänge haben mehr als überzeugt. Sowohl Bobadilla als auch Arango zuzuschauen war ein Genuss. Gekontert wurde teilweise wie am Schnürchen und mit einem Tempo, dass ich seit mindestens fünf Jahren nicht mehr gesehen haben.